Eposode II

The wrong Stage

Du bist wieder an so einem Morgen aufgewacht, der sich nicht schön anfühlt. Wieder so ein Tag der sich schon jetzt anfühlt wie der gestrige und der Tag davor und der Tag davor. Wieder so ein Tag, der nichts Neues erwarten lässt.

Aber warum ist das so?
Warum fühlt sich alles so trist an?

Schon jetzt kannst du den Abend kaum abwarten. Triffst ein paar Freunde. Doch ohne Alkohol ist es kaum noch lustig. Du brauchst was, damit du locker wirst. Die Nerven beruhigen. Damit du für diese paar Stunden dein tristes Leben nicht spüren musst und redest dir ein, lässig zu sein.

Ist das normal? Oder ist es nicht dein Leben? Kann es sein, dass du dir nur etwas vor machst? Wieso ist es nur noch lustig, wenn du dich abschießt?

Du wachst wieder auf. Wieder ist es trist um dich. Doch heute hast du zusätzlich noch einen dicken Kopf. Den Alkohol verträgst du nicht mehr so gut wie früher. Früher, als du noch jung warst, war alles so einfach. Alles war so easy going. Du hattest Pläne, hattest Träume, warst voll von Enthusiasmus. Wo ist das alles hin?

ein gedankliches Experiment :

Was, wenn die Antwort für deine Tristesse in deinem Umfeld zu finden wäre? Stelle dir mal vor, du hättest sämtliche Antworten direkt vor deiner Nase.

Wie viele Menschen reißen an dir? Was tust du alles für andere und was ist wirklich für dich? Hattest du gestern Abend mit deinen Freunden wirklich Spaß oder ist da auch Leere in dir geblieben?

Hast du dich schon mal gefragt, ob dein Umfeld dich wirklich kennt? Was wissen sie von dir? Was weißt du von dir? Was beobachtest du? Hast du mal in dich hinein gefühlt? Wie fühlt es sich an, wenn du mit bestimmten Personen zusammen bist, bestimmte Dinge für sie tust? Kannst du Muster erkennen? Gibt es Dinge, die sich ständig wiederholen?

Schau genau hin.

Du wirst ein Muster erkennen können.

Du wirst in deinen Freunden Teile deiner Familie wiederfinden. Freundin XY bemuttert dich vielleicht, wie es deine Mutter tut. Und vielleicht magst du sie genau deswegen. Aber ist das auch gut für dich? Und Freund XY wird dir vielleicht immer wieder gute Ratschläge geben. Aber brauchst du sie wirklich? Oder wäre es vielleicht besser du würdest deine ganz eigenen Erfahrungen machen? Erfahrungen die dich zu dir selbst bringen. Erfahrungen die dich wachsen lassen können.

Du musst deine eigenen Erfahrungen machen.

Alles selbst spüren und Fehler machen. Fehler sind toll – sie sind deine eigentlichen Lehrer. Doch Familien versuchen uns davor zu beschützen. Deine Familie möchte nicht, dass du leidest. Also wird dir vieles abgenommen. Sie denken es ist Liebe, wenn sie dir sagen, dass du nicht auf die heiße Herdplatte fassen sollst. Sie lieben dich so sehr, dass sie dich vor allem bewahren wollen. Doch genau dies ist falsch. Es macht einen unselbstständigen Menschen aus dir. Weil dir Erfahrungen fehlen. Oder umgekehrt, wenn zu früh zu viel erwartet wird. Dann wird später die kleinste Kleinigkeit zur größten Last.

Du bist in ein Abhängigkeitsverhältnis geraten. Dir wurde immer gesagt was gut für dich ist und du hast es geglaubt. Natürlich glaubtest du. Es wurde aus Liebe zu dir gesagt. Wohlwollend. Dir wurde gesagt, was du nicht tun solltest, was gut für dich ist, was du magst und was du nicht magst. Aber bist du dir sicher, dass das stimmt? Vielleicht magst du ganz andere Dinge?

Du hast es nie probiert.

Wenn du dir all dies nun genau anschaust, anfängst diese Dinge zu hinterfragen, die Frage zu stellen, ob das wirklich so stimmt – für dich. Dann fängst du an dich zum ersten Mal ein bisschen zu sehen. Sehen wer du tatsächlich bist.

Dann siehst du, wer

da oben auf dieser Bühne steht.

Der Mensch, dem du seit so vielen Jahren so nah warst, ohne zu wissen, dass du es selbst bist. Ohne zu wissen, wie du ausschaust. Ohne zu wissen, was du magst und was nicht. Nun kannst du dich sehen.

Doch was du siehst, magst du nicht. Da steht ein arg geschundener, unfassbar trauriger Mensch, der mit letzter Kraft versucht diese Fanmasse – diese Familie, diese Freunde – glücklich zu machen. Menschen, die dich in ihrem Licht sehen – nicht in deinem.

Was nun? Wenn du weiter versuchst diesen Mob zu erfreuen machst du es nicht mehr lange. Aber sie brauchen dich. Du bist ihr Lebenselixier. Ohne dich können sie nicht sein. Ohne dich sterben sie. Ohne sie stirbst du. Ihr lebt in einer Co-Abhängigkeit.

Oder nicht?

Hast du mal darüber nachgedacht, dass vielleicht niemand sterben oder leiden wird? Hast du mal darüber nachgedacht, dass du nur denkst jemand oder du, müsste sterben oder leiden, wenn du nicht mehr tust, was von dir verlangt wird?

Kann es vielleicht sein, dass es nur diese alten Emotionen sind, die dir im Nacken sitzen? Deine Familie und deine Freunde, die von dir verlangen nicht du selbst zu sein, damit sie glücklich sind? 

Was, wenn du all dies verlässt? Wenn du einfach nein sagen würdest? Was passiert dann?

Ich sag es dir. Erstaunlich viel:

Nichts

Es passiert rein gar nichts. Aber es fühlt sich für dich an, als würde viel passieren. Und genau dies Gefühl hält dich in deinem alten, nicht passenden Leben fest. Nur ein Gefühl. Eine Emotion. Oder auch viele Emotionen. Und diese komischen Menschen, die von dir erwarten anders zu sein, als du eigentlich bist.

Aber mal ehrlich: Willst du wirklich mit Menschen sein, die dich nur für das mögen, was du für sie tust? Und nicht mehr, wenn du aufhörst dies zu tun?

Ich denke nicht. Doch die Angst, die dieses Anderssein, diese Veränderung mit sich bringt, hält dich zurück. Sie hält dich von deiner Essenz fern. Sie hält dich ab ein echtes Rockstarleben zu führen. Sie hält dich davon ab dir eine neue Bühne zu suchen. Eine Bühne an der Fans stehen die dich in deiner eigentlichen Pracht, deinem bunten Wesen, deiner Einzigartigkeit bejubeln und lieben.

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