Wer ist Gaia?
Es sind die wilden siebziger Jahre in Deutschland, in denen Gaia geboren wird. Ihre Eltern sind viel zu jung – gerade mal achtzehn und zwanzig. Sie ziehen häufig um und geben sie oft in andere Hände. Noch bevor sie ein Wort dafür hat, wird Wurzellosigkeit zu einem vertrauten Gefühl. Tiefe Freundschaften können sich nicht entwickeln. Gaia wird schon früh zur Einzelgängerin.
Sie studierte Kommunikationsdesign und arbeitete viele Jahre in der Werbung.
Kommunikation und die Beobachtung ihres Umfelds wird zum roten Faden ihres gesamten Schaffens.
Parallel beginnt sie zu fotografieren. Was zunächst als Nebensache entsteht, entwickelt sich zu einer eigenen Form der Forschung.
Gaia Ravel beschäftigt sich mit der Dynamik von Anpassung, Identität und Selbstverlust.
Sie beobachtet Menschen und das Knistern in der Luft. Das, was zwischen den Zeilen zu finden ist. Sie interessiert sich für die Frage, warum wir nicht bemerken, dass wir uns schon vor langer Zeit selbst verlassen haben.
Über Jahre hinweg übersetzt sie diese Beobachtungen in Fotografien und entwickelt daraus eine eigenständige künstlerische Sprache. Das Schreiben fügt eine zweite hinzu.
Während die Fotografie sichtbar macht, was oft unentdeckt bleibt, kann Sprache den inneren Bewegungen folgen. Beide Ausdrucksformen kreisen um dieselbe Frage:
Wie verlieren Menschen sich selbst – und wie finden sie den Weg zurück?
Hinter dieser Arbeit liegt eine über zehnjährige Auseinandersetzung damit, wie sich Traumata im Körper einnisten und unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Und: wie man sie wieder herausbekommen kann.